Sunday, January 14, 2018

Das Gehirn rehabilitieren - Robert Guggenberger ist jetzt bei Real Scientists DE!

Wir freuen uns sehr, euch unseren neuen Kurator Robert Guggenberger (@agricolabs) vorstellen zu dürfen! Robert hat in Bamberg Pädagogik studiert und in dieser Zeit nebenbei in einer stationären Einrichtung mit Drogenabhängigen gearbeitet. Diese Erfahrungen motivierten ihn später zu seiner ersten (!) sozialwissenschaftlich orientierten Promotion zum Thema "Sucht und Willensfreiheit" an der Uni Tübingen. Die rein philosophische Herangehensweise an dieses Thema war ihm jedoch nicht genug - etwas Angewandteres musste her, und so setzte er im Frühjahr 2017 noch eine zweite, neurowissenschaftliche Promotion drauf: Diesmal zum Thema Neurofeedback zur motorischen Reha nach Schlaganfall. Dr. Dr. Robert arbeitet als Postdoc in der translationalen Neurochirurgie am Universitätsklinikum Tübingen.


Hier ist Robert in seinen eigenen Worten:

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Während meines Studiums zum Diplom-Pädagogen habe ich mit Abhängigen gearbeitet. Meine Erfahrungen waren sehr eindrücklich. Ich wollte dann besser verstehen, ob man Abhängigen für den Rückfall Schuld zuschreiben kann, darf oder sollte. Zu diesem Thema habe ich mich auf ein Promotionsstipendium im Graduiertenkolleg Bioethik der Universität Tübingen beworben, und das erhalten. Das war mein Einstieg.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Nach meinem ersten Doktor habe ich mich auch auf praktische sozialpädagogische Arbeitsfelder beworben und hatte auch interessante Zusagen. Letztlich habe ich mich aber dann doch für die Wissenschaft entschieden. Ich denke, mich reizte damals die intellektuelle Herausforderung zu sehr.

Mein erster Doktor war ja primär sozialwissenschaftlich und philosophisch, aber das Thema Sucht ist ja interdisziplinär. Daher wollte ich auch die Neurowissenschaften noch besser verstehen. Ich hatte bereits klinisch zur Tiefen Hirnstimulation bei Abhängigkeit publiziert, und so bin ich zum Forschen dann in der Neurochirurgie gelandet.

Was mich in meinem aktuellen Feld hält, ist meine Vorliebe fürs Programmieren und quantitative Datenauswertung, aber auch die elektrotechnischen Aspekte machen mir sehr viel Spaß. Die Betreuung von Studenten macht mir oft Freude, auch wenn es eine große Verantwortung ist.  Generell mag ich Forschung jeglicher Art, vor allem das Gefühl etwas zu verstehen, und die in der Wissenschaft eher übliche offene Kommunikationsstruktur, in der meist die besseren Argumenten gewinnen.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Meisten sitze ich vor dem PC und schreibe Anträge, Studienprotokolle, Auswertungsskripte, Verwaltungskram, oder Manuskripte. Gelegentlich halte ich Lehrveranstaltungen, bereite Messaufbauten vor und bastle dafür auch elektronische Hardware. Dazu kommen noch regelmäßige Meetings mit Studierenden, Kollegen und Kollaborationspartnern zu unseren unterschiedlichen Forschungsprojekten.

Obwohl ich in der Neurochirurgie arbeite, befassen sich meine Projekte fast alle mit nicht-invasiven Methoden. Thematisch ist das vor allem hirnzustandabhängiges Verfahren zur Neurorehabilitation. Das heißt, wir wollen herausfinden, *wann* und *wie* man das Hirn und das Nervensystem stimulieren muss, um Krankheiten besser behandeln zu können.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Hm. Klinische Forschung ist spannend, weil ja jeder betroffen sein könnte und dann davon profitiert. Aber wenn man nicht gerade selber mitmacht, wirkt ja vieles was Wissenschaftler treiben, eher esoterisch, langatmig, und unnötig kompliziert. Und naja, als Ethiker bin ich mit dem Wörtchen *sollen* zurückhaltend, und als Pädagoge mag ich es nicht, wenn man eine Öffentlichkeit erzeugt, der gegenüber jemand dann die Expertenrolle übernehmen soll. Aber was ich glaube, ist dass man davon profitieren kann, einen Blick in den Arbeitsalltag anderer zu werfen. Und eben da der Alltag von Forschern so esoterisch wirkt, kann gute Wissenschaftskommunikation dazu beitragen, diesen Schleier etwas zu lüpfen. Und ganz persönlich mag ich auch einfach die flache Hierarchie der Kommunikation über Twitter.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Die Arbeit als Wissenschaftler füllt fast meine gesamte Zeit aus. Leider nehme ich mir auch die Zeit für vieles nicht, sondern lese in meiner Freizeit dann lieber Paper oder ein Fachbuch.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich klettere, und habe vor einigen Jahren auch eine C-Trainerlizenz erworben. Die nutze ich, um zwei-dreimal im Jahr, entweder für den DAV oder den Unisport, Exkursionen anzubieten, z.B. in die Berge oder Mittelgebirge. Am liebsten in meine Heimat, das Frankenjura, zum Sportklettern oder in die Heimat meiner Frau, ins Vorarlberg. Da trifft sich Hobby und Ehrenamt.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Sonnenschein, und mit meiner Frau und Freunden skifahren, bergwandern oder klettern. Danach  gut essen und in der Natur campen.


 Bitte begrüßt Robert ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, January 7, 2018

Mensch-Technik-Interaktion mit Herz - Christiane Attig ist jetzt bei Real Scientists DE!

Mit großer Vorfreude stellen wir euch unsere neue Kuratorin Christiane Attig (@filiiinchen) vor! Christiane ist Psychologin mit ungewöhnlichem Hintergrund: Nach dem Abi machte sie eine Lehre zur Buchhändlerin und war anschließend drei Jahre im Beruf tätig, bevor es sie zum Psychologiestudium an die TU Chemnitz verschlug. Dort gefiel es ihr anscheinend so gut, dass sie geblieben ist: Aktuell promoviert Christiane dort am Lehrstuhl für Allgemeine und Arbeitspsychologie im Forschungsprojekt „Sozial agierende, kognitive Systeme zur Feststellung von Hilfsbedürftigkeit“. Wenn sie gerade nicht mit der Erforschung von Mensch-Technik-Interaktion beschäftigt ist, findet ihr sie auf Instagram.

Hier ist Christiane in ihren eigenen Worten:


Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Nach einem semi-erfolgreichen Abitur habe ich zunächst eine Ausbildung zur Buchhändlerin absolviert und ein paar Jahre in dem Beruf gearbeitet. Ein Stellenwechsel brachte mich in eine Firma, in der es mir nicht besonders gefiel – ich war die meiste Zeit allein in einer winzigen Filiale auf dem Dorf und die Atmosphäre unter den Kollegen war der Arbeitszufriedenheit auch nicht gerade zuträglich. So entstand der Wunsch, mich noch einmal komplett neu zu orientieren, um meine Potenziale besser auszuschöpfen. Ich las schon immer gern Sachbücher, gerade aus dem psychologischen und naturwissenschaftlichen Bereich, und ein Studium der Psychologie war für mich sehr verlockend. Dank der gesammelten Wartesemester konnte ich trotz mittelmäßigem Abi gleich loslegen. Während des Studiums habe ich meine Leidenschaft für die wissenschaftliche Methode kennengelernt und bereits ab dem zweiten Bachelorsemester als studentische Hilfskraft gearbeitet. Positives Feedback meiner Betreuer bestärkten mich in der Überzeugung, dass die Wissenschaft das Feld sein würde, in dem ich arbeiten möchte. Nach dem Masterabschluss wurde an der Professur, an der ich während des Studiums bereits gearbeitet hatte, eine Projektstelle angeboten, die ich im September 2016 angetreten habe.



Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
An der Professur für Allgemeine und Arbeitspsychologie bin ich aufgrund meines Interesses für die Interaktion zwischen dem Menschen und technischen Systemen gelandet. Woran liegt es, wenn Menschen mit technischen Systemen nicht zurechtkommen? Was kann man tun, damit sie es tun? Und warum gelingt die Interaktion mit technischen Systemen einigen Menschen besser als anderen? Das sind spannende Fragen, die ich gern beantworten möchte.



Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Im Rahmen meines Projekts bin ich verantwortlich für die Konzeption, Durchführung und Auswertung laborexperimenteller Studien. In diesen setzen wir Menschen vor technische Systeme, z.B. Computer, geben ihnen Aufgaben und schauen, wie sie sich dabei verhalten. Mein Fokus liegt dabei nicht auf der Evaluation der Systeme (sog. "Usability"), sondern auf der Reaktion der Personen auf Verhaltens- und emotionaler Ebene. Wohin schauen sie bei der Bedienung? Welche Emotionen lassen sich an ihren Gesichtern ablesen? Was sagen sie währenddessen? Das sind auch einige Fragestellungen, auf die ich in meiner Dissertation eingehen werde. Im Rahmen dieser gehört natürlich auch Literaturrecherche sowie das Schreiben wissenschaftlicher Artikel zu meiner Arbeit. Und nicht zuletzt die Arbeit mit Studierenden – diese unterstützen mich bei der Studiendurchführung und ich betreue ihre Abschlussarbeiten.



Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Das Projekt „Sozial agierende, kognitive Systeme zur Feststellung von Hilfsbedürftigkeit“, in dem ich arbeite, beschäftigt sich u.a. mit der Identifikation beobachtbarer Indikatoren für die Hilfsbedürftigkeit eines Nutzers während der Bedienung eines technischen Systems. Unser Alltag ist immer mehr durchzogen mit technischen Systemen (z.B. Automaten, Smartphones, Tablets etc.), und gerade ältere Personen, die aufgrund des demographischen Wandels besonders bei uns in Sachsen einen immer größeren Anteil der Bevölkerung ausmachen, haben manchmal Schwierigkeiten bei der Bedienung solcher Systeme. Wir arbeiten an der Entwicklung eines Systems, das automatisch erkennen kann, wenn der Nutzer Hilfe bei der Bedienung benötigt. Laborexperimentelle Ansätze werden mit maschinellem Lernen verbunden, um dieses Ziel zu erreichen. Ich denke, dass die Öffentlichkeit von unserer Arbeit enorm profitieren kann. Darüber hinaus interessieren mich weitere Aspekte der Mensch-Technik-Interaktion, z.B. die Nutzung von Activity-Trackern. Ich selbst bin begeisterte Nutzerin, und ich möchte verstehen, was Menschen dazu bewegt, sich einen Tracker anzuschaffen und was die Nutzung mit ihnen macht. Werden sie tatsächlich aktiver? Und warum geben manche Menschen die Nutzung nach ein paar Wochen oder Monaten auf? Damit möchte ich Faktoren identifizieren, die für eine langanhaltende Nutzung und einer damit verbundenen Verbesserung der Gesundheit verantwortlich sind. Ich denke, dass das auch für die Öffentlichkeit spannende Fragen sind, da sich viele Menschen, natürlich insbesondere tatsächliche Nutzer, diese Fragen womöglich selbst stellen. Aber das ist ja ein Faktor, der die Psychologie allgemein so spannend für jedermann macht.



Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
An der Uni bin ich für den Mailverteiler der Psychologiestudierenden verantwortlich – aber abgesehen davon, dass man manchmal etwas merkwürdige Mails aussortieren muss, ist das wahrscheinlich nicht sehr interessant. ;-) Spannender ist da wahrscheinlich mein Instagram-Account, der sich dort ebenfalls unter @filiiinchen finden lässt. Ich habe in den letzten Jahren einiges an Gewicht verloren und nutze den Account, um andere zu motivieren und zu unterstützen, das gleiche zu schaffen. Außerdem ist auch Instagram ein tolles soziales Netzwerk für Wissenschaftskommunikation. So ist es mir eine Herzensangelegenheit, dort mit Abnehmmythen aufzuräumen und Erkenntnisse aus der Wissenschaft zu teilen, damit weniger Menschen auf Scharlatane und „Wundermittel“ hereinfallen. Mittlerweile folgen mir dort über 6000 Menschen, von denen einige sehr bereitwillig sind, hin und wieder an Studien bezüglich Activity Tracking teilzunehmen, was eine tolle Sache ist. 



Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest? 
Da ich in Chemnitz arbeite, aber in Leipzig wohne, ist mein hauptsächliches Hobby leider momentan Zugfahren. Aber immerhin komme ich dadurch regelmäßig dazu, meinen Bücherstapel zu minimieren oder Podcasts zu hören (hallo @MInkorrekt!). Davon abgesehen koche ich gern, gehe spazieren, und so oft es geht ins Kino.



Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)? 
Ausschlafen (normalerweise klingelt der Wecker um 04:30 Uhr), eine Runde auf den Crosstrainer, ausgiebig frühstücken, einen ausgedehnten Spaziergang entlang der Weißen Elster, nachmittags ein neues Café entdecken, später kochen und ins Kino. Wahlweise wird ein freier Tag aber auch durch ein neues Tattoo perfekt.



Bitte begrüßt Christiane ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, December 31, 2017

Gesundheit fürs Volk - Susanna Bächle ist jetzt bei Real Scientists DE!

Ein frohes Neues Jahr an alle Real-Scientists-DE-Leser! Wir freuen uns auf ein aufregendes 2018, und auf unsere neue Kuratorin Susanna Bächle (@SusannaMBachle), die es für uns einläuten wird.
Susanna ist studierte Biomedizinerin, die es auf dem Weg bis zu ihrer Promotion am ehrwürdigen Karolinska Institutet in Stockholm schon bis nach Australien verschlagen hat. Ihr besonderes Interesse gilt der Verbindung ihrer wissenschaftlichen Interessen - Virologie/Immunologie - und Unternehmertum, sowie der Open-Science-Bewegung. Aktuell arbeitet sie als "outreach scientist" für die wissenschaftliche Nonprofit-Organisation Addgene in Boston. "Nebenbei" engagiert Susanna sich beim MIT European Club und der Association for Women in Science.


Hier ist Susanna in ihren eigenen Worten:

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich war neugierig, wie der Mensch funktioniert und Krankheiten auf molekularer Ebene ablaufen

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Das Zusammenspiel zwischen Immunsystem und Krankheitserreger finde ich absolut faszinierend!

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Siehe oben - ich habe in meiner laborwissenschaftlichen Karriere mit Bakterien, Parasiten und Viren gearbeitet - immer im Bezug dazu, wie sie es schaffen, das menschliche Immunsystem auszutricksen, oder sogar für sich zu benutzen. Heute arbeite ich mit vielen Wissenschaftlern aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen, da ja Plasmide überall eingesetzt werden. Ich bekommen Einblicke in neue Methoden und spannende Projekte. Das ist allerdings, wie gesagt ein sehr sehr breiter Bereich und daher schwer unter ein Stichwort zu packen. Ich denke der rote Faden bei meiner Arbeit für Addgene ist Open Science.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Sowohl das Zusammenspiel Pathogen-Immunsystem als auch Open Science sind sehr wichtige aber auch aktuelle Themen. Wir haben gerade die Zika-Geschichte vergessen und vermeiden es, an die Cholera-Katastrophe im Yemen zu denken. Ausserdem denkt man über CRISPR-Lösungen für HIV nach. Gleichzeitig gibt es eine neue Bewegung für Open Science, gegen überteuerte Abos von wissenschaftlichen Journals und Deutschland hat da gerade vorgelegt mit dem Widerstand gegen Elsevier. 



Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich bin Vice President des MIT European Clubs. Der European Club hat zum Ziel, Kulturen zusammenzubringen und Europa als Arbeitgeber und Wohnsitz vorzustellen. Wir organisieren die grösste US-EU Uni Karrieremesse jedes Jahr im Februar am MIT. // Ich bin auch Mentorin für AWIS - Association für Women in Science - auch ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt!

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich bin ein grosser Tierfreund und wohne mit einer exzentrischen Katzendame zusammen.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Schönes Wetter, raus gehen eine Wanderung machen hier in den Bergen oder im Wald, oder an den Strand ;) und danach Abends in einer kleinen Brauerei oder Weinbar mit Freunden den Abend ausklingen lassen.


Bitte begrüßt Susanna ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, December 17, 2017

Sind (Pflanzen-)Namen Schall und Rauch? Norbert Holstein ist jetzt bei Real Scientists DE!

Mit großer Vorfreude möchten wir euch Norbert Holstein (@dr_norb) als unseren neuen Kurator vorstellen! Norbert hat in Potsdam und Mainz Biologie mit den Schwerpunkten Ökologie, Genetik und systematische Botanik studiert und sich dabei unter anderem mit Flussauenökologie und der heimischen Flora beschäftigt. Seine Promotion an der LMU München widmete er der Kürbisgewächsgattung Coccinia (und deren Revidierung). Im Anschluss arbeitete er für zwei Jahre an der Digitalisierung und wissenschaftlichen Auswertung des Herbariums an der Botanischen Staatssammlung in München, bevor es ihn 2014 an die Uni Bonn zog, wo er seither als Postdoc am Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen zu finden ist.


Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Da ich von Natur aus recht neugierig bin und mich die biologische Vielfalt fasziniert, konnte ich eigentlich nicht anders als in Forschung zu gehen.


Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Mich hat schon vor dem Studium die Vielfalt der Lebewesen fasziniert und ich habe mich gefragt wie man die ganzen Arten irgendwie benennt und einordnen kann. Während des Studiums habe ich dann mehrere Exkursionen gemacht und festgestellt, dass ich die Pflanzen wiedererkannt habe und dass man bestimmte Arten immer wieder an vergleichbaren Orten findet. Das Systematisieren und benennen der Pflanzen hat mich also schon im Studium interessiert. Für meine Promotion sollte ich hingegen die Evolution von Geschlechtschromosomen in einer Gruppe aus den Kürbisgewächsen untersuchen (sowas ist selten in Pflanzen), also wo diese in der Gattung vorkommen und die alt das “System” ist. Allerdings hat sich schnell rausgestellt, dass die existieren Artkonzepte nicht stimmen und man die Arten nicht ohne weiteres gesichert bestimmen kann. Das musste also zuerst geklärt werden bevor man sinnvoll über die Evolution forschen kann. Von daher ist mir die Bedeutung vernünftiger taxonomischer Arbeit als Grundlage für alle weitere Forschung erst einmal bewusst geworden.



Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Meine Arbeit ist variabel und ich muss mich vielen Aspekten auseinandersetzen. Das 
Grundlegende in der Taxonomie sind die Erstbeschreibungen von wissenschaftlichen Namen, z.B. von Arten. Diese muss ich in eher verstreuter Literatur zusammensuchen und dann schauen auf welchem Material diese Beschreibungen basieren. Dazu brauche ich Wissen über die Sammler des Materials und der Beschreiber sowie über die Geschichte der Herbarsammlungen (wo ist welche Sammlung mal hinverkauft worden usw.) Diese grundlegenden Dinge sind eher museal und bibliothekarisch. Zum Teil darf man sich auch mit Fremdsprachen rumschlagen, wenn die originale Literatur halt mal nicht auf Deutsch oder Englisch ist, sondern auf Altrussisch, Latein usw. Wenn man dann die Definitionen der Namen zusammen hat, fängt der biologische Teil an: Wie variabel sind die Arten? Welche Merkmale sind zur Bestimmung wichtig? Wie sind die Verwandtschaftsverhältnisse? Dazu brauche Daten aus der genetischen Verwandtschaftsanalyse, Morphologie, Verbreitung, Chromosomen, Ökologie usw. Je nachdem was verfügbar, möglich und nötig ist, muss ich diese Dinge zusammentragen oder selbst erarbeiten, um dann eine Synthese zu basteln, die dann in einer Artbeschreibung (entweder neu oder revidiert für bereits beschriebene Arten) mündet.
Aktuell habe ich mich v.a. mit der Suche der Namen, Publikationen und Belege von denen die Arten beschrieben wurden bei den Haselnüssen und deren Verwandten gekümmert. Ich arbeite aber aktuell auch mit australischen Verwandten von Vergissmeinnichten, einer kleinen Gruppe afrikanischer Springkräuter und untersuche die morphologischen Grundlagen der Pflanzen für einen speziellen Typus von Bestäubungsverhalten einiger Bienen.

Foto: Julius Jeiter
Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Taxonomie ist die Grundlage für sämtliche organismische Forschung. Wenn man über etwas forschen will, muss man einen eindeutig zuordenbaren Namen dafür haben. Den herauszufinden bzw. zu überprüfen ist Aufgabe der Taxonomie. Wenn man genau schaut, findet man zwischen vielen Bestimmungsliteraturen sehr seltsame und teils widersprüchliche Angaben. Das macht die Bestimmung dann praktisch unmöglich und das dann zu korrigieren ist Aufgabe der Taxonomie: suche nach den Definitionen der Namen, Überprüfung der Art-/Gruppengrenzen und Neueinordnung. Das Ganze schließt diverse Aspekte ein, v.a. auch (wissenschafts-)historische Arbeit, aber auch Dinge wie Bestäubungsbiologie, Nutzpflanzen, Genetik usw. Man stößt dabei auf viele teils irrwitzige und spannende Dinge und Geschichten, die durchaus sehr lehrreich und inspirierend sein können.



Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Wenn es mir die Zeit zulässt, was selten der Fall ist, leite ich auch mal eine Führung im Botanischen Garten Bonn.

Irgendwelche interessanten Hobbys, von denen du uns erzählen möchtest?
Wenn mal Zeit und Nerven übrig bleiben, mache ich gerne eine Radtour, wandere oder wenn das Wetter nicht ganz so einladend ist, dann Filme, Serien oder Musik hören. Ansonsten interessiere ich mich auch sehr für Politik und gesellschaftliche Themen, bin allerdings nicht aktiv. Und falls es sich ergibt unterstütze ich auch meinen Fußballverein im Stadion.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Einen perfekten Tag habe ich nicht im Kopf. Eigentlich sind so meinen Hobbys und Interessen nachgehen sehr schön, aber chillen oder philosophieren mit guten Freunden oder ein Spieleabend sind auch sehr schön.

Bitte begrüßt Norbert ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, December 10, 2017

Ein Comic sagt mehr als tausend Tweets - Veronika Mischitz ist jetzt bei Real Scientists DE!

Wir freuen uns sehr, euch unsere neue Kuratorin Veronika Mischitz (@kirschvogel) vorstellen zu dürfen! Veronika ist studierte Biologin und hat sich der Wissenschaftskommunikation verschrieben, äh, verzeichnet: unter dem Namen "Frau Kirschvogel" veröffentlicht sie Wissenschaftscomics und arbeitet seit 2008 freiberuflich als Illustratorin und Comiczeichnerin für den Bereich Bildung und Wissenschaft ebenso wie für Agenturen, Magazine und Unternehmensberatung.
Ergänzend dazu arbeitet sie als Graphic Recorder oder gibt in Comic-Workshops ihre Begeisterung für das Medium Comic als Kommunikationsmittel weiter. Ihr größtes Anliegen: In unserer immer schneller, unmittelbarer und informationsüberladener werdenden Lebenswelt wach bleiben, fragen, hinterfragen.

Hier ist Veronika in ihren eigenen Worten:

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Bin ich ja gar nicht, streng genommen. Ich habe in Freiburg Biologie studiert und wollte nach meinem Diplom unbedingt etwas anderes machen als reine Forschungsarbeit, Industrie oder Lehre. Da ich schon immer "nebenbei" im Kreativbereich tätig war, wahnsinnig gerne neues lerne und Dinge visuell aufarbeite, war recht schnell die Idee geboren, meine kreative Arbeit und meinen naturwissenschaftlichen Background zu kombinieren. So habe ich mich 2008 als Illustratorin mit Schwerpunkt Wissensvermittlung und Wissenschaftskommunikation selbständig gemacht.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Ich liebe die Projektarbeit mit Vertretern aller naturwissenschaftlichen Disziplinen. So kann ich jeden Tag neue, faszinierende Dinge lernen und mich der Herausforderung stellen, diese für möglichst viele andere Menschen verständlich und spannend visuell darzustellen. Dazu kommt, dass ich ein sehr breites Betätigungsfeld habe. Von klassischen Buchillustrationen über Comics, Social Media, Workshop-Leitung, Beratung und Konzeption bis hin zu Graphic Recording ist alles dabei. 

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Meine Arbeit beginnt an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Dort, wo etwas aus den Köpfen der Wissenschaftler seinen Weg in die Herzen der Menschen finden soll, komme ich zum Einsatz. Egal ob man das jetzt Visual Storytelling, Graphic Recording oder schlicht Wissenschaftscomic nennt, unterm Strich kommuniziere ich wissenschaftliche Inhalte in Bild und Text. Das ist mal erklärend, mal kommentierend, mal witzig, mal nachdenklich - aber immer unterhaltsam und informativ. Mit meinen Arbeiten kann ich die Menschen auch auf emotionaler Ebene erreichen und ihnen dadurch den Zugang zu wissenschaftlichen Inhalten erleichtern.

In der Praxis sieht das so aus, dass ich erst mal viel lese. Ich muss mich ja in jedes Thema gezielt einarbeiten. Dann schreibe ich Konzepte und Drehbücher, stimme diese mit meinen Auftraggebern ab und setze sie dann visuell um. Für die Helmholtz-Gemeinschaft zeichne ich seit 2014 einmal im Monat den Wissenschaftscomic "Klar Soweit?" (http://www.helmholtz.de/comic). Mittlerweile ist das Format Comic in der Wissenschaftskommunikation immer häufiger gefragt. Das finde ich spannend, denn ich sehe viel Potential in dieser Kombination.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Wir leben in einer Zeit, in der Behauptungen und Fakten so eng miteinander verwoben sind, dass vielen Menschen die Unterscheidung schwer fällt. Durch eine nahbar und nachvollziehbar kommunizierte Wissenschaft können wir dazu beitragen, Fakten zu verbreitet und Zusammenhänge aufzuzeigen. Comics bieten sich da für viele als Einstieg an, sich mit Themen wie Statistik, Quantenphysik oder Genchirurgie aber auch Rassismus oder Terrorangst zu beschäftigen. Letztendlich geht Wissenschaft uns alle etwas an. Wir wollen zeigen, dass sie darüber hinaus voller spannender Geschichten steckt und unheimlich viel Spaß macht.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Neben der reinen Illustrationsarbeit gebe ich auch Comic-Workshops und arbeite als Graphic Recorder, zum Beispiel auf Fachtagungen.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich renoviere gerade ein Haus und verplane das große Gartengrundstück dahinter. Nachhaltigkeit ist ein Thema, das mich aktuell sehr umtreibt, daher lese ich gerade viel über Ackerbau, Hühnerhaltung und Imkerei.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Endlich mal richtig ausschlafen - mit zwei kleinen Kindern ein Ding der Unmöglichkeit, aber wir träumen ja hier gerade rum, nicht wahr? Dann folgt ein ausgiebiges, gemütliches Frühstück. Danach gibt es zwei Optionen: 1. Raus in den Wald, Wildtiere beobachten, Rad fahren, Schwimmen im Baggersee mit anschließendem Picknick mit Freunden oder 2. eine ausgedehnte Museums-Tour (Ich habe schon ewig keine Kunstausstellung mehr besucht), vielleicht durch die ein oder andere kleine Buchhandlung stöbern und abschließend ein gemütliches Abendessen mit Freunden.

Bitte begrüßt Veronika ganz herzlich bei Real Scientists DE!



Sunday, December 3, 2017

Empathische Neuronen - Philipp Kanske ist jetzt bei Real Scientists DE!

Mit großer Vorfreude stellen wir euch unseren neuen Kurator Philipp Kanske (@pkanske) vor! Philipp hat sich schon ziemlich herumgetrieben: Nach dem Studium an der TU Dresden und der University of Oregon Psychologie und der Promotion an der Universität Leipzig ging es weiter ans Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, an die Universität Heidelberg, ans Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, und schließlich an die TU Dresden, wo er seit August 2017 die Professur für klinische Psychologie und behaviorale Neurowissenschaft innehat. Er erforscht das Zusammenspiel von Emotion und Kognition, beispielsweise wie sich Empathie und die Fähigkeit zur Perspektivübernahme auch im Gehirn unterscheiden lassen, welche Veränderungen bei Menschen mit psychischen Störungen auftreten und wie sich diese Fähigkeiten durch Training verbessern lassen. Und das macht er anscheinend ziemlich gut - seine Arbeiten wurden unter anderem mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gemeinschaft und dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet.

Hier ist Philipp in seinen eigenen Worten:

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Angefangen hab ich mein Studium mit dem Wunsch Psychotherapeut zu werden. Erst im Studium selbst hab ich dann so richtig begriffen, was Forschung bedeutet und recht schnell Feuer gefangen für das Gehirn und Fragen wie "Was sagt uns das Gehrin über unsere Emotionen?"

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Emotionen haben mich schon immer fasziniert, wie sie entstehen, wie wir sie beeinflussen können und auch wie wir mit anderen mitfühlen und ihre Emotionen verstehen können. Bei vielen psychischen Störungen ist veränderte Emotionalität ein kritisches Problem, gerade auch für gute Interaktionen mit anderen. Was mich immer wieder motiviert ist, das grundlagenwissenschaftliche Verständnis langfristig zu nutzen um Interventionen zu entwickeln, die diesen Problemen entgegenwirken.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Nachdem ich die letzten fünf Jahre am Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften gearbeitet habe und Teil einer großen Studie zu den Effekten von mentalem Training (inkl. Meditation) unter Leitung von Tania Singer war, bin ich nun seit 01.08.2017 als Professor für Klinische Psychologie und Behaviorale Neurowissenschaft an der TU Dresden. Ich bin momentan also hauptsächlich mit dem Aufbau der Arbeitsgruppe beschäftigt. Das ist eine tolle Aufgabe und erlaubt es, auch mal in großen Fragen zu denken, nicht nur im klein-klein laufender Projekte.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
 Wer hat sich nicht schon mal gefragt, warum ein Streit eskaliert ist? Oder wie uns das Leid eines anderen Menschen so anrühren kann? Emotionen spielen eine so bedeutende Rolle für unser Zusammenleben und dennoch wissen wir so wenig darüber. In der Schule gibt es Sportunterricht, aber der Umgang mit Emotionen wird nicht geübt. Die Sozialen und Affektiven Neurowissenschaften haben hier viel zu bieten, ein bisschen was davon wird über Twitter zu lesen sein.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Seit 2015 bin ich Mitglied der Jungen Akademie an der Leopoldina und BBAW. Das sind 50 junge Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen, die Projekte zusammen machen. Letztes Jahr haben wir z.B. eine Tagung zur "Faszination mit  dem Unbekannten: Der andere Mensch" gemacht, bei der Wissenschaftler, aber auch Künstler über Empathie und Perspektivenübernahme gesprochen und in Workshops miteinander gearbeitet haben.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Innerhalb der Jungen Akademie hatte ich die Gelegenheit mein Interesse am Film auch mal etwas professioneller auszuleben. Ich war Mitorganisator eines Kurzfilmwettbewerbs zu "be a better being" bei dem Fragen nach Selbstoptimierung, Gesellschaftsoptimierung und der Kritik daran von Wissenschaftlern und Filmemachern diskutiert wurden. Die ausgewählten Kurzfilme waren dabei wie eigene Statements zu der Diskussion, was unheimlich gut funktioniert hat.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Auf jeden Fall draußen, vielleicht wandern in der Sächsischen Schweiz, mit guten Freunden und guten Gesprächen.


Bitte begrüßt Philipp ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, November 26, 2017

Wenn dich der Schlag trifft - Ahmed Khalil ist jetzt bei Real Scientists DE!


Diese Woche freuen wir uns sehr, Ahmed Khalil (@AhmedAAKhalil) als neuen Kurator begrüßen zu dürfen! Ahmed hat an der University of Medical Sciences & Technology im Sudan (seinem Heimatland) Medizin studiert und ein Jahr als Arzt in verschiedenen Krankenhäusern gearbeitet. Danach hat führte er sein Studium in Europa weiter - an der University of Edinburgh (PGDip, innere Medizin), der Université Bordeaux (MSc, Neuropsychopharmakologie) und der Charité Berlin (MSc, medizinische Neurowissenschaften). Derzeit promoviert er an der Charité (in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften Leipzig und der Berlin School of Mind and Brain) zum Thema “Klinische Anwendung der Schlaganfall-Bildgebung”.
Abseits des Schlaganfalls interessiert sich Ahmed für Wissenschafskommunikation und war Chefredakteur des Newsletter seines Graduiertenprogramms.


Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Schon während meines Medizinstudiums interessierte ich mich für Forschung und dieses Interesse wuchs schnell danach. In meiner bisher kurzen Zeit als Kliniker habe ich mich gefragt, wie man die großen Fragen, die täglich in der Klinik auftauchen, angehen kann. Das führte zu meiner Entscheidung, einen Master zu machen und mich zu promovieren.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Ich wollte am Anfang etwas mit klinischen Daten (d.h. mit Daten von Patienten) tun. Da die meisten neurowissenschaftlichen Studien Tiere oder gesunde Probanden verwenden, blieben nur wenige Möglichkeiten. Eine davon war die medizinische Bildgebung, und in Berlin wird besonders viel über Schlaganfall geforscht. Dass der Schlaganfall viel einfacher erscheint, als er wirklich ist (auch für Mediziner), hat mich auch sehr angesprochen.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Im Alltag arbeite ich sehr viel am Computer: Programmieren, Datenanalyse und Bildverarbeitung, hauptsächlich mit Daten von Schlaganfallpatienten, manchmal auch von Tieren. Als Doktorand betreue ich Student/-innen und versuche, jede Woche 3-4 wissenschaftliche Paper zu lesen.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und betrifft jährlich mehr als 200.000 Menschen. Derzeit werden viele Patienten nicht angemessen behandelt, weil Ärzte nicht immer klar erkennen können, wer von der Behandlung profitieren wird und wer nicht. Wir versuchen das (schrittweise) zu ändern.


Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich bin in der Redaktion des Newsletter meines Graduiertenprogramms tätig.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich spiele ab und zu Fußball und lese gerne Bücher.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Ich chille gerne im Bett, höre Musik oder schaue mir Netflix an. Im Idealfall hätte ich eine Katze neben mir (derzeit kann ich aber mit der Verantwortung nicht umgehen). Vielleicht gehe ich danach mit Freunden essen.


Bitte begrüßt Ahmed ganz herzlich bei Real Scientists DE!